Bug · Totale
Mole · Sassnitz im Rücken
Detail · rote Markierungen
Unser Kutter hat in seinen 76 Jahren schon fast alles erlebt, was einem Ostseeschiff passieren kann, FPG-Genossenschaft, Privatfischer, Umbau zum Imbiss-Kutter, Sonnendeck. Hier die Etappen.
Unser Kutter wird auf der Werft in Ribnitz Damgarten gebaut, ein klassischer Ostseekutter, wie er zu dieser Zeit in der jungen DDR für den Fischfang konstruiert wurde. Robust, zweckmäßig, gemacht für harte Bedingungen auf See.
Bis zur Wende gehört der Kutter zur Fischerei-Produktionsgenossenschaft. Er fährt unter DDR-Flagge zum Fang aus, bringt Hering, Dorsch, Flunder und Sprotten an Land. Ein Teil der Ostsee-Nachkriegsgeschichte, so wie sie im Norden tatsächlich ausgesehen hat.
Nach der Wende wird der Kutter von einem privaten Fischer übernommen und bleibt im aktiven Fangbetrieb. Er tut genau das weiter, wofür er gebaut wurde, aber in eigener Verantwortung. Eine stille Zeit, in der viele Schiffe verschrottet wurden. Unser Kutter bleibt.
Der Kutter bekommt sein zweites Leben: erster Umbau zum Imbiss-Kutter. Aus dem Fangschiff wird ein Verkaufsschiff an der Mole. Die Grundstruktur bleibt, die Nutzung verändert sich. Hier beginnt das, was heute Räucherschiff Fischland heißt.
Der wohl wichtigste Schritt: Auf den Kutter wird das Sonnendeck aufgesetzt. Plötzlich können Gäste nicht nur ihr Fischbrötchen an der Theke holen, sondern oben sitzen, über den Hafen schauen und am Abend dem Sonnenuntergang zusehen. Ein Merkmal, das uns bis heute prägt.
Ein Jahr später wird das Sonnendeck noch einmal erweitert. Mehr Plätze, mehr Gäste, mehr Blick aufs Wasser. Die heutige Form des Kutters „Fischland" ist damit komplett.
76 Jahre nach Stapellauf ist der Kutter ein Pflichtstopp auf Rügen. Ausgezeichnet als „Bestes Fischbrötchen Sassnitz". Geführt in zweiter Generation von Tobias Krüger. Ein Schiff, das geblieben ist.
Sonnendeck · Brötchen · Bier · Hafenblick
Gebaut 2015, erweitert 2016, unser Sonnendeck sitzt oben auf dem Kutter und bietet den wohl schönsten Ausblick über den Sassnitzer Hafen. Möwen kreisen, Schiffe legen an, die Mole liegt einem zu Füßen.
Am Abend richtet sich hier alles nach Westen: wenn die Sonne langsam hinter dem Ostseewasser verschwindet, wird es still. Ein zweites Bier, ein drittes Räucherlachs-Brötchen, und man ist genau da, wo man sein wollte.
Trotz aller Umbauten, Generationenwechsel und Veränderungen, diese drei Dinge gelten bei uns seit dem ersten Tag.
Wir räuchern nicht selbst, aber wir beziehen unseren Räucherfisch seit Jahren von handverlesenen regionalen Räuchereien, die als Geheimtipps für herausragende Qualität gelten. Das schmeckt man.
Jedes Fischbrötchen wird vor den Augen der Gäste frisch belegt. Die Zwiebel wird geschnitten, der Fisch aufgeschnitten, das Brötchen in dem Moment zusammengebaut, in dem Sie bestellen. Nie vorgefertigt.
Wir stehen gleich am Anfang der Mole Sassnitz, auf einem Kutter von 1950. Das lässt sich nicht kopieren. Das bleibt, egal wie viele Jahre vergehen.
Tobias Krüger · am Kutter
Mein Vater hat hier angefangen. Für mich war immer klar, dass ich das weitermache. 2015 habe ich den Kutter offiziell von ihm übernommen. Nicht aus Pflicht, sondern weil ich diesen Ort liebe. Der Kutter ist mehr als ein Schiff, er ist Teil unserer Familie. Im Grunde ist es sogar schon die dritte Generation, denn auch mein Opa war immer stark mit dabei: täglich unterwegs auf der Suche nach den besten Räuchereien, mit einem Netzwerk, das heute unbezahlbar ist.